Was ist ein Ratenkredit?
Ein Ratenkredit ist ein Darlehen, das in gleichmässigen monatlichen Raten zurückgezahlt wird. Er wird häufig für grössere Anschaffungen, Umschuldungen oder unerwartete Ausgaben genutzt. Im Vergleich zum Dispokredit sind Ratenkredite in der Regel günstiger – vorausgesetzt, man versteht die Kostenstruktur.
Der effektive Jahreszins als Massstab
Beim Vergleich von Kreditangeboten ist der effektive Jahreszins die entscheidende Kennzahl. Er enthält nicht nur den nominalen Zinssatz, sondern auch alle weiteren Kosten, die mit dem Kredit verbunden sind. Der Nominalzins allein sagt wenig über die tatsächliche Belastung aus.
Werbeangebote mit sehr niedrigen Zinssätzen sind oft an bestimmte Bedingungen geknüpft, etwa eine bestimmte Bonität oder eine kurze Laufzeit. Der beworbene Zinssatz muss laut Gesetz nur für zwei Drittel der Antragsteller gelten – für alle anderen kann der tatsächliche Zins deutlich höher ausfallen.
Laufzeit und Gesamtkosten
Die Laufzeit eines Kredits beeinflusst sowohl die monatliche Rate als auch die Gesamtkosten erheblich. Eine längere Laufzeit bedeutet niedrigere Monatsraten, aber insgesamt höhere Zinskosten. Eine kürzere Laufzeit belastet das monatliche Budget stärker, ist aber insgesamt günstiger.
Nicht die niedrigste Rate, sondern der niedrigste Gesamtbetrag ist das Ziel einer guten Kreditentscheidung.
- Laufzeit 24 Monate: höhere Rate, geringere Zinskosten
- Laufzeit 72 Monate: niedrigere Rate, aber mehr Zinsen insgesamt
- Sondertilgungen können die Gesamtkosten reduzieren
Bonitätsprüfung und ihre Auswirkungen
Vor der Kreditvergabe führen Banken eine Bonitätsprüfung durch, bei der in Deutschland in der Regel die Schufa einbezogen wird. Ein guter Schufa-Score und ein gesichertes Einkommen führen zu besseren Konditionen. Wer mehrere Kreditanfragen stellt, sollte auf Konditionsanfragen bestehen, da diese – im Gegensatz zu Kreditanfragen – keine negativen Auswirkungen auf den Score haben.
Restschuldversicherung: sinnvoll oder nicht?
Manche Anbieter empfehlen oder verlangen eine Restschuldversicherung, die den Kredit bei Arbeitslosigkeit, Krankheit oder Tod absichert. Diese Versicherungen erhöhen die Gesamtkosten teils erheblich und sind nicht in jedem Fall notwendig oder sinnvoll. Wer eine solche Versicherung abschließt, sollte die genauen Leistungsausschlüsse kennen.
Ein sorgfältiger Vergleich von Kreditangeboten erfordert Zeit, lohnt sich aber – denn selbst geringe Zinsunterschiede ergeben bei grösseren Summen und langen Laufzeiten bedeutende Kostenunterschiede.
